Linserka | Porušené signály. Antivideoart. | Pavel Kopřiva
Pavel Kopřiva gehört zu den prägenden Persönlichkeiten der tschechischen intermedialen Kunst. In seiner Arbeit verbindet er seit vielen Jahren Objektkunst, Installation, Licht, Klang und digitale Technologien und konzentriert sich dabei auf die Beziehungen zwischen Mensch, Technologie und der Wandelbarkeit der Wahrnehmung. Neben seiner eigenen künstlerischen Tätigkeit widmet er sich in besonderem Maße auch der Lehre.
Seit 2007 leitet er das Atelier für Interaktive Medien an der Fakultät für Kunst und Design der Jan-Evangelista-Purkyně-Universität in Ústí nad Labem, wo er gemeinsam mit Studierenden experimentelle Ansätze zu neuen Medien, interaktiver Kunst und technologiebasierten künstlerischen Praktiken entwickelt.
Viele Jahre lang war er Direktor der Glasfachschule in Kamenický Šenov, der ältesten Glasfachschule Mitteleuropas. Seit Langem engagiert er sich für die Weiterentwicklung der Ausbildung in den Bereichen Kunst, Design und Glas.
Seine Tätigkeit verbindet auf natürliche Weise die Welt der zeitgenössischen Kunst mit der Tradition der nordböhmischen Glaskunst, die ein unverzichtbarer Bestandteil der kulturellen Identität der Region ist.
Die Ausstellung „Gestörte Signale“ mit dem Untertitel „Antivideoart“ im Kultur- und Kreativzentrum Linserka präsentiert eine Reihe von Objekten und Reliefs, die aus Fernsehbildschirmen, elektronischen Bauteilen und Fragmenten technologischer Geräte entstanden sind. Der Künstler arbeitet mit dem Motiv gestörter Kommunikation und der Veränderung von Bedeutungen in einer Zeit, in der digitale Bilder den Alltag vollständig durchdringen.
In die Oberflächen der Bildschirme graviert er fiktive Nachrichten und Spuren unbekannter Mitteilungen, deren Ursprung und Bedeutung unklar bleiben. Kopřivas Werk bewegt sich zwischen einer Archäologie der Zukunft und einer Kritik der technologischen Abhängigkeit. Überreste von Geräten, die einst der Informationsübertragung dienten, verwandeln sich in Artefakte einer Welt, deren Kommunikationssysteme versagt haben.
Dabei verlässt der Künstler das Medium des bewegten Bildes selbst und ersetzt es durch einen physischen Eingriff in das Material – eine eingravierte Spur, die er als „Antivideoart“ bezeichnet. Die Installation wirft Fragen nach dem Verhältnis von Technologie, Erinnerung und Materialität auf und eröffnet den Besucherinnen und Besuchern neue Perspektiven auf alltägliche elektronische Materialien.